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Riester-Rente – ein bürokratisches Monster

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat und nun sich mit ruhigem Gewissen zurücklehnen möchte, muss sich schleunigst von der Illusion verabschieden, dass die Riester-Rente zum Selbstläufer wird. Viele Versicherte wurden offensichtlich nicht in vollem Umfang über ihre Pflichten beim Vertragsabschluss aufgeklärt bzw. nicht ausreichend auf die Sparregeln hingewiesen. Das Finanzministerium hat in einer Prüfung festgestellt, dass ca. 1,5 Mio. Versicherungsverträge zur Unrecht staatliche Förderungen erhalten haben. Der Blog derwesten.de berichtet, dass von den betroffenen Sparkonten die gebuchten Sparzulagen zurückgefordert werden können. Eine Einverständniserklärung des Sparers ist hierfür nicht erforderlich.

Bei einer Änderung der Einkommensverhältnisse muss der Sparer dies dem vertragsführenden Unternehmen mitteilen, da es für ihn die Zulage beantragt. Das Unternehmen greift dabei auf die vorhandenen Informationen und somit auf den letzten mitgeteilten Stand des sozialversicherungspflichtigen Einkommens zurück. Ist das Einkommen zwischenzeitlich gestiegen, und es wurden im laufenden Jahr weniger als 4% des Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr in den Riester-Vertrag einbezahlt, reduziert sich die Zulage anteilig. Der Sparer muss somit bei Änderung des Bruttoeinkommens prüfen, ob er weiterhin 4,00% einzahlt, damit die volle Zulage gewährt werden kann.

Wie in dem Artikel „Probleme bei der Riester-Rente und beim „Wohn-Riester“ auf dem Bog hahn.1on.de berichtet wird, können viele Sparer eine böse Überraschung erleben – und zwar spätestens dann, wenn sie auf ihren Konto-oder Depotauszügen eine anteilige Rückbuchung der Zulage feststellen. Den meisten Riester-Sparern unterläuft dieser Fehler aufgrund der Unwissenheit – und nicht wegen Betrugsabsichten.

Dies gilt übrigens auch für Sparer, die arbeitslos geworden sind: Sie müssen zumindest fünf Euro pro Jahr in den bestehenden Riester-Vertrag einzahlen.

Es stellt somit immer wieder die Frage, für wen sich ein Riester-Vertrag wirklich lohnt. AM Markt gibt es verschiedenste Modelle – vom Wohn-Riester über den Riester-Fondssparplan bis zur Riester-Rentenversicherung – weshalb ein Riester-Vergleich immer anzuraten ist.

Für Menschen mit niedrigem Bruttoeinkommen lohnt sich diese Sparform, wie money-insider.de detailliert erklärt, auf jeden Fall. Für Menschen mit hohem Bruttoeinkommen lohnt sich der Vertrag hingegen oft nur dann, wenn der Sparer mindestens 90 Jahre alt werden kann. Bei einem früheren Tod kommt man leider nicht in den Genuss, das Ersparte komplett abzurufen. Den Sparern mit hohem Einkommen wird daher oft geraten, bereits vor dem Rentenbeginn die zulässige Abrufhöhe von 30% des Ersparten abzurufen. Ansonsten kann das Guthaben einfach verfallen, da Riester-Verträge nicht vererbbar sind.

Um den bürokratischen Fallen zu entkommen, sollte ein Riester-Sparer eine jährliche Wiedervorlage festlegen, um alle Daten seinem Vertragsanbieter mitzuteilen, die sich im letzten Jahr geändert haben. Falls eine Beitragsanpassung notwendig ist, um die volle Zulage bekommen zu können, sollte im Vorfeld überlegt werden, ob eine anteilige Zulage auch ausreicht. Es lohnt sich nicht, immer mehr einzuzahlen, wenn das Ersparte nicht komplett abgerufen werden kann.

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